BIM und AVA-Software: Laptop mit 3D-Gebäudemodell vor einer Baustelle, leuchtende Datenströme verbinden das BIM-Modell mit dem Rohbau, daneben Bauhelm und Maßband
AVA-Software für Architekten und Ingenieure

ASBwin ist die professionelle AVA-Software für Architektur- und Ingenieurbüros, öffentliche Planungsabteilungen, Wohnungsbaugesellschaften und Bauunternehmen.

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BIM und AVA-Software ASBwin: Wie die IFC-Mengenübernahme die Kostenplanung revolutioniert

Christian Rudolph - Leiter Support
Christian Rudolph Leiter Support

Präzise Baukosten ohne neue Software: Mit der IFC-Schnittstelle übernehmen Sie die Mengen direkt aus dem 3D-Modell in ASBwin – exakt, nachvollziehbar und in Ihrer vertrauten Arbeitsumgebung.

BIM eröffnet Planern eine spürbar einfachere Art, zu präzisen Kosten zu kommen – und die gute Nachricht vorweg: Sie brauchen dafür keine völlig neue, hochkomplexe AVA-Software von Grund auf zu erlernen. Wer heute mit einer ausgereiften AVA-Lösung wie ASBwin arbeitet, behält sein vertrautes Werkzeug und gewinnt eine neue, deutlich elegantere Quelle für seine Mengen. Die gewohnte Oberfläche, die bekannten Leistungsverzeichnisse, die etablierten Kostengruppen – all das bleibt. Was dazukommt, ist ein direkter Draht vom 3D-Modell in die Kostenplanung. Und genau dort liegt der eigentliche Hebel.

Dieser Beitrag erklärt Schritt für Schritt, wie aus einem 3D-Gebäudemodell präzise Mengen in die AVA-Software fließen, was die IFC-Schnittstelle damit zu tun hat und warum die Kostenplanung dadurch lückenlos belegbar wird – verständlich auch für alle, die mit BIM bisher wenig Berührung hatten.

Wo BIM ansetzt: die Mengenermittlung

Werfen wir einen Blick auf die klassische Arbeitsweise – denn dort steckt das größte Potenzial. Mengen aus 2D-Plänen zu ermitteln bedeutet bisher: Wände abzählen, Flächen mit dem Maßstab nachmessen, Bauteile aus Schnitten und Grundrissen zusammensetzen und alles in Listen übertragen. Das ist sorgfältige Handarbeit, die Konzentration verlangt und viel Zeit bindet – gerade in der frühen Projektphase. Und sobald sich die Planung weiterentwickelt, ist ein großer Teil davon erneut zu erledigen.

Das Schöne daran: Die Mengen existieren längst. Sie stecken bereits im Plan und müssen eigentlich nur noch sauber herausgelesen werden. Genau diese Arbeit nimmt BIM Ihnen ab.

Wie BIM das möglich macht

Building Information Modeling (BIM) macht aus dem einfachen Strich im 2D-Plan ein intelligentes, dreidimensionales Bauteil. Eine Wand im BIM-Modell ist nicht mehr nur eine Linie, sondern ein Objekt, das seine eigenen Eigenschaften kennt: Länge, Höhe, Dicke, Material, Schichtaufbau, Volumen, Fläche. Diese sogenannten attributierten Bauteile tragen ihre Mengeninformation also bereits in sich.

Damit wird aus aufwendiger Ermittlung eine einfache Ableitung. Die Wand weiß, wie viele Quadratmeter sie hat. Die Tür weiß, dass sie eine Tür ist. Der Beton kennt sein Volumen. Die Mengen sind exakt, jederzeit nachvollziehbar und – das ist der große Vorteil – aktualisieren sich mit, wenn sich die Planung weiterentwickelt.

Die IFC-Schnittstelle: der neutrale Übersetzer

IFC steht für Industry Foundation Classes. Vereinfacht gesagt ist IFC ein herstellerneutrales Dateiformat, das ein komplettes Gebäudemodell beschreibt – sowohl die Geometrie (die Form und Lage der Bauteile) als auch die alphanumerischen Daten (die Eigenschaften, Mengen und Attribute). Eine IFC-Datei enthält damit alle Daten zu einer Planung kompakt in einer einzigen Datei.

Der Clou liegt im Wort herstellerneutral. IFC ist der zentrale Baustein des OpenBIM-Gedankens: Es soll Gebäudedaten zwischen unterschiedlichen Programmen austauschbar machen, ohne dass alle Beteiligten dieselbe Software einsetzen müssen. Ein Architekt modelliert in seinem CAD-Programm, exportiert eine IFC-Datei – und der Kostenplaner kann sie in seiner AVA-Software weiterverarbeiten.

Wer schon länger im Bauwesen arbeitet, kennt dieses Prinzip bereits, nur in einem anderen Gewand. GAEB (Gemeinsamer Ausschuss Elektronik im Bauwesen) ist seit Jahrzehnten der etablierte Standard für den Austausch von Leistungsverzeichnissen – also von Texten und Preisen – zwischen Planern, Behörden und ausführenden Firmen. Heute verfügt praktisch jedes AVA-, Kalkulations- und Handwerkerprogramm über eine GAEB-Schnittstelle.

Die Analogie ist treffend: Was GAEB seit Langem für Texte und Preise ist, ist IFC für die geometrischen und mengenmäßigen Gebäudedaten. Beide sind neutrale Standards, beide befreien den Datenaustausch von der Abhängigkeit gegenüber einem einzelnen Hersteller. Wer GAEB verstanden hat, hat die Grundidee von IFC bereits verstanden.

Das Herzstück: die IFC-Mengenübernahme in ASBwin

Genug Theorie – schauen wir auf den konkreten Ablauf. ASBwin bietet zwei Wege, BIM-Daten aus einer IFC-Datei in die Ausschreibung zu übernehmen. Welcher passt, hängt davon ab, wie tief Sie in den modellbasierten Workflow einsteigen möchten.

Weg 1: Der direkte IFC-Import

IFC-Import in ASBwin: Dialog „IFC Daten importieren" mit Bauteilstruktur und den Eigenschaften des gewählten Bauteils wie Menge, Größe und Kategorie

Eine IFC-Datei wird in gängigen CAD-Anwendungen erzeugt und anschließend in ASBwin importiert. Der Einstieg läuft über das Menü Datei / Schnittstellen / Aus IFC-Datei importieren.

Nach der Auswahl der Datei zeigt ASBwin die darin enthaltenen Details an. Und jetzt kommt der entscheidende Punkt für die Praxis: Sie übernehmen nicht stumpf alles, sondern entscheiden gezielt. Sie können sowohl einzelne Werte als auch die kompletten Daten in ASBwin übernehmen. Die Eigenschaften der Bauteile lassen sich dabei bestimmten Feldern in ASBwin zuordnen – etwa die aus dem Modell abgeleitete Fläche oder das Volumen direkt in das Mengenfeld.

So behalten Sie die volle Kontrolle darüber, welche Modelldaten in Ihr Leistungsverzeichnis einfließen und an welcher Stelle. Die Mengen stammen aus dem 3D-Modell, die Struktur Ihres LVs bestimmen weiterhin Sie.

Weg 2: Die grafische BIM/IFC-Schnittstelle

Grafische BIM/IFC-Schnittstelle: 3D-Gebäudemodell in BIMVision mit IFC-Struktur zur Übernahme der Bauteile in die ASBwin-Ausschreibung

Wer visuell am Modell arbeiten möchte, nutzt die in ASBwin integrierte grafische BIM-Schnittstelle. Dafür greift ASBwin auf die Software BIMVision zurück. Beim ersten Aufruf des grafischen Imports wird BIMVision automatisiert installiert (eine Internetverbindung ist erforderlich). Anschließend öffnen Sie Ihre IFC-Datei und wählen die gewünschten Bauteile direkt im 3D-Modell aus.

Die Übergabe an die Ausschreibung erfolgt komfortabel über den Reiter „Heitker.AVA" in der Kopfzeile von BIMVision – die Brücke vom Modell direkt in Ihr ASBwin-Leistungsverzeichnis.

Gut zu wissen: BIMVision ist zum Testen kostenfrei nutzbar. Für den dauerhaften produktiven Einsatz wird das entsprechende Heitker-PlugIn benötigt. So können Sie den grafischen Workflow zunächst in Ruhe ausprobieren, bevor Sie sich festlegen.

Von der Menge zum VOB-gerechten Positionstext

Eine Menge allein ergibt noch kein Leistungsverzeichnis. Zu jeder Menge gehört ein fachlich korrekter, ausschreibungsfähiger Positionstext. Auch hier müssen Sie nichts neu erfinden – ASBwin bindet die etablierten Textstandards der Branche ein.

Den aus dem Modell abgeleiteten Mengen lassen sich strukturierte, VOB-gerechte Positionstexte zuordnen. Dafür stehen zwei bewährte Quellen bereit:

  • STLB-Bau (Standardleistungsbuch): ASBwin unterstützt das StLB-Bau in der Online- und Offline-Variante. Positionen werden nach dem Baukastenprinzip aus standardisierten Textbausteinen zusammengestellt. Die aktuelle Schnittstelle übergibt dabei auch die DIN-276-Kostengruppen in der Fassung von 2018 – ein wichtiger Baustein für die spätere Kostengliederung.
  • SIRADOS und weitere Textsammlungen: Über die GAEB-Schnittstelle stehen die Texte etablierter Anbieter zur Verfügung, darunter die SIRADOS-Texte. So greifen Sie auf umfangreiche, praxiserprobte Beschreibungen zurück.

Das Ergebnis ist ein Leistungsverzeichnis, in dem die Menge aus dem 3D-Modell und der standardisierte, normgerechte Positionstext zusammenkommen – nachvollziehbar, prüffähig und auf anerkannten Standards aufgebaut.

Das Ergebnis: Präzision in der Kostenermittlung nach DIN 276

Jetzt schließt sich der Kreis. ASBwin ermöglicht es, einzelnen Positionen Kostengruppen nach DIN 276 zuzuweisen – der in Deutschland allgemeingültigen Kostengliederung. Anschließend lässt sich das Projekt nach Kostengruppen sortiert auswerten und ausdrucken. Neben der DIN 276 sind auch freie, projektbezogene Kostengliederungen möglich, die parallel verwendet werden können.

Die Kostenschätzung ergibt sich dabei unmittelbar aus Einheitspreis × Menge in der Ausschreibung. Und genau hier zahlt sich der modellbasierte Weg aus: Weil die Mengen direkt aus dem 3D-Modell abgeleitet wurden, steht hinter jeder Zahl eine klar nachvollziehbare Quelle. Jeder Wert lässt sich bis zum konkreten Bauteil im Modell zurückverfolgen.

Damit wird die gesamte Kostenplanung – von der frühen Kostenschätzung bis zur detaillierten Kostenberechnung – lückenlos und transparent belegbar. Die Menge stammt aus dem Modell, der Text aus dem Standardleistungsbuch, die Gliederung aus der DIN 276. Jeder Wert ist rückverfolgbar bis zu seinem Ursprung.

Fazit

BIM lässt Ihnen Ihre AVA-Software und Ihre eingespielten Abläufe – und macht sie stärker. Sie gewinnen eine neue, präzisere Quelle für Ihre Mengen: weg vom manuellen Auszählen, hin zur exakten Ableitung aus dem 3D-Modell. Die IFC-Schnittstelle übernimmt dabei die Rolle des neutralen Übersetzers, ganz so, wie GAEB es seit Jahrzehnten für Texte und Preise tut. In ASBwin fügt sich dieser Weg nahtlos in die vertraute Arbeitsumgebung ein.

Die Vorteile auf einen Blick

  • Exaktheit: Die Mengen werden direkt aus den attributierten 3D-Bauteilen abgeleitet statt manuell ermittelt.
  • Zeitersparnis: IFC-Datei importieren oder grafisch am Modell auswählen – die aufwendige Handarbeit entfällt.
  • Normgerechte Texte: VOB-gerechte Positionstexte aus STLB-Bau oder SIRADOS lassen sich den Mengen zuordnen.
  • DIN-276-Gliederung: Kostengruppen nach DIN 276 sorgen für eine saubere, prüffähige Kostenstruktur.
  • Volle Nachvollziehbarkeit: Jeder Wert ist bis zum konkreten Bauteil im Modell rückverfolgbar.
Einstieg in die BIM-basierte Mengenübernahme: zwei Planer arbeiten am Schreibtisch mit Laptop, Bauplänen und Architekturmodell, von oben fotografiert
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Sie möchten Ihre Mengen künftig direkt aus dem 3D-Modell in die Ausschreibung übernehmen? Wir begleiten Sie in den modellbasierten Workflow – praxisnah und mit persönlichem Support, von der ersten IFC-Datei bis zum fertigen Leistungsverzeichnis.

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